Volle Haftung bei Verstoß gegen "rechts vor links"

April 2012

Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat am 12.1.2012 (AZ: 9 U 169/10) entschieden, dass derjenige, der an einer Kreuzung den Grundsatz "rechts vor links" missachtet, für den vollen Unfallschaden haftet.

In der Vergangenheit wurde gerne argumentiert, dass der Vorfahrtsberechtigte seinerseits den für ihn von rechts kommenden Verkehr beachten müsse und aus diesem Grunde nur eine "geteilte Vorfahrt" bestehe. Aus dieser Überlegung heraus wurde dann gefolgert, dass auch nur eine geteilte Haftung bestehen könne.

Diesem Ansatz ist das Oberlandesgericht in der genannten Entscheidung nicht gefolgt, sondernhat die volle HAftung angenommen. Es bleibt zu wünschen, dass dies in der Rechtsprechung der erstinstanzlichen Gerichte fortgeführt wird.
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